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Donnerstag, 1. August 2013

The Last Of Us oder wie ich Psychosen entwickelte!


Puhhh, wir haben es geschafft. Wir sind durch. Fertig mit den Nerven. Immernoch aufgewühlt und auch ein wenig wütend. Wovon wir sprechen? Von The Last of us. Ihr braucht keine Angst haben. Zur Story werde ich keine Spoiler posten.

Zum Beginn der Geschichte:

Ihr habt schon vom Anfang des Spiels gehört? Ein  paar Comments und Tests gelesen? Let’s Plays gesehen? Es stimmt wirklich… was für ein großartiger Einstieg in ein Videospiel. Ganz ruhig und innerhalb kürzester Zeit kracht der Untergang dann direkt ins Wohnzimmer um sich dann wieder ganz leise und traurig zu verkrümeln. Solche Dramatik gleich zu Beginn hat man bisher eigentlich noch nie in einem Spiel erlebt. Mir fällt zumindest kein Beispiel ein. 

Wie schaut es mit der Spielmechanik aus? Ist The Last Of Us nur außen Hui und innen Pfui?

Primär, geht es darum ein Level zu durchqueren. Eigentlich ist es ein Levelschlauch aber durch die verschiedenen Möglichkeiten, Hindernisse und Gegner zu überwinden entsteht eine überzeugende Illusion, dass es sich bei den Levels nicht um Schläuche handelt. Die nicht vorhandenen Ladebildschirme während des Spielens tragen nochmals dazu bei, diese Illusion aufrechtzuerhalten. Überhaupt, wirkt die ganze Welt in The Last Of Us sehr lebendig. Soviele Kleinigkeiten in der Umgebung, täuschen einem eine realistische, postapokalyptische Welt vor, die teilweise paradiesische Schauplätze zu bieten hat. Noch nie war der Untergang der Menschheit so schön.


Das Deckungssystem funktioniert anders als bei den Topsellern Uncharted oder Gears of War. Ihr drückt die Kreis-Taste und geht damit in die Hocke. Nun könnt ihr euch komplett frei bewegen. Durch Joel’s Hand und Armbewegungen, die mit statischen Objekten interagiert, sobald ihr in deren Nähe seid, fügt sich die Umgebung organisch in das Spiel ein.
Einer der Knackpunkte ist die Munitions- und Vorratsknappheit. Wenn ihr lautlos Gegner ausschalten oder euch an diesen sogar komplett vorbeischleichen könnt, nehmt ihr diese Optionen lieber wahr. Bei Last Of Us handelt es sich nicht um einen Third Person Shooter wie bei Naughty Dogs anderem großen Flaggschiff namens Uncharted. Vielmehr ist es eine Mischung aus Metal Gear Solid, Resident Evil und einer Prise Uncharted. 

Menschliche Gegner sind in Uncharted weniger bedrohlich als Infizierte. Sobald diese aber in Gruppen agieren, sich aufteilen und systematisch nach euch suchen, wirken selbst diese Gegner bedrohlich. Was die Infizierten angeht, euch wird der Arsch auf Grundeis gehen, wenn ihr meint 3 Hunter und 1 Clicker wären keine Bedrohung. Es kam mehrmals vor, dass ich anstatt in Kämpfe zu stürmen, lieber das Weite gesucht habe. 

Ihr werdet nicht durch das Spiel rennen und alles mit euren Waffen niederschießen können. Hier ist jeder Gegner eine richtige Bedrohung. Daher empfehle ich euch, dass Spiel auch auf Schwer zu spielen anstatt auf Normal. Hier wirkt die Bedrohung nochmals viel realer. Ich habe mich beim Spielen in vielen Situationen angespannt  gefühlt und war nach vielen Situationen emotional total aufgewühlt. Für mich hat Naughty Dog ihr Ziel erreicht, was ein atmosphärisch dicht erzählter Survival Horror Titel betrifft.

Kommen wir zu den negativen Dingen!

Es gibt Kleinigkeiten, von denen kann man behaupten, dass sie die Illusion einer realistischen Welt, mit realistischen Figuren, die Naughty Dog so gewissenhaft erschaffen hat, trübt. Die KI von Ellie und Gegnern lässt einen teilweise verdutzt aus der Wäsche schauen. 
Wenn Ellie zwischen Gegnern umherrennt und von diesen nicht erkannt wird. 
Wenn Ellie anfängt lauthals mit Joel zu diskutieren, wenn um die Ecke gerade ein Clicker steht. 
An all dem kann man sich stören und sagen Naughty Dog hätten ihren Job nicht gewissenhaft gemacht. Muss man aber nicht!

Noch mehr Schlampereien? Nein!

Abgesehen davon ist The Last Of Us ein fantastisches Spiel, dessen Gameplay zwar nicht revolutionär ist aber absolut viel Spaß bringt. Die Inszenierung der Geschichte ist auf allerhöchstem Niveau und die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Wie die Beziehung zwischen Lee und Clementine in The Walking Dead (Review hier) wächst auch hier die Verbindung zwischen Joel und Ellie. Die Stärke der Geschichte von The Last Of Us liegt darin, dass Naughty Dog bewusst vermeidet alles und jeden in Schwarz und Weiß aufzuteilen. Ohne plump zu sein, werden hier oftmals moralische Fragen an den Spieler gestellt, die jeder für sich beantworten muss. Bin ich damit einverstanden, was und warum Joel etwas tut? Wie würde ich in dieser Situation reagieren? Diese Gedanken schossen mir mehr als nur einmal beim spielen durch den Kopf.

Es gab schon einige Spekulationen darüber ob man bereits an einer Fortsetzung arbeitet oder ob diese überhaupt in Planung sei. Der Erfolg von The Last Of Us lässt aber zumindest Hoffnung aufkommen. Wir würden uns jedenfalls über einen 2. Teil sehr freuen, auch wenn wir Blut geschwitzt und Psychosen entwickelt haben. Naughty Dog hat unsere Erwartungen mehr als nur erfüllt und wir sind froh, dass die Jungs ein Qualitätsspiel nach dem anderen abliefern. Sony darf sich wirklich glücklich schätzen, dass diese Leute exklusiv für die Playstation entwickeln.
P.S. Den Multiplayer-Part habe ich leider noch nicht testen können. Da kam mir die Sommer-Aktion von Steam dazwischen und Freunde, die unbedingt auch mal das Spiel haben wollten! Im Moment bin ich jetzt eh erstmal in Therapie um die Angstzustände loszuwerden :(

Kommentare:

  1. Echt gute Bewertung des Spieles !!! Es stimmt manchmal spinnt die KI aber sie ist trotzdem sehr gut. Ich hoffe nur, dass Naughty Dog für die Reihe das Niveau halten kann.

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    1. Wie gesagt, ich hab mich an der KI auch nicht großartig gestört aber wenn man sich im Netz umschaut, werfen eben viele Naughty Dog vor, dass dies die Glaubwürdigkeit des Spieles zunichte machen würde.
      Ich glaube Naughty Dog wird uns mit kommenden Spielen, egal welche das sein mögen, nicht enttäuschen. Dafür haben sie bisher immer zu gute Arbeit geleistet
      BTW, thx für deinen Comment ! :)

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